Fei Teng

Jia Yue

Wie chinesische Studierende der FOM in Essen heimisch werden

Über 4.000 Chinesen sind bereits für ein Studium an der Hochschule für Oekonomie & Management (FOM) nach Essen gekommen. Jia Yue fühlt sich inzwischen so wohl, dass sie gar nicht mehr zurück möchte – und auch Fei Teng wird der Stadt verbunden bleiben.

„Das wird ein Abenteuer!“, dachte Jia Yue, als sie in China aufbrach, um ein Jahr in Essen zu verbringen. Obwohl sich in die Vorfreude auch die eine oder andere Sorge mischte, war es für sie doch eine Gelegenheit, neue Erfahrungen in der Ferne zu sammeln. Nach zuvor dreijährigem Studium in Shandong reiste Jia Yue nun in eine fremde, neue Welt.

„Bei dem einem Jahr blieb es aber nicht. Nach meinem Bachelor-Abschluss in ,Business Administration’ wollte ich mich spezialisieren und berufliche Erfahrungen in Deutschland sammeln“, so Yue. Also begann sie ein Master-Studium im Bereich „Marketing & Sales“. Zwei Jahre später schloss sie es erfolgreich ab. Diese Vertiefung bereitete die junge Frau gut auf ein Praktikum im InterCity Hotel in Essen vor. Die Erfahrungen dort wiederum waren hilfreich für ihre Bewerbungen nach dem Studium. Mit ihrem Abschluss und ihren hervorragenden Sprachkenntnissen gelang Yue der Einstieg beim Essener Unternehmen Evonik – im Segment „Nutrition & Care“, Geschäftsgebiet „Comfort & Insulation“.

Die Erfolgsstory von Jia Yue ist kein Zufall. Eher ein typisches Beispiel für die Stärke des Wissenschaftsstandortes Essen. Die herzliche Art, mit der junge Studierende aus aller Welt in Essen aufgenommen werden, beflügelt auch die chinesischen Studierenden der FOM. Sei es der Kontakt mit Vermietern oder im Sportverein – hier beweisen die Essener ein großes Herz. Selbstverständlich ist das Studium abhängig von den Studienbedingungen. Dazu muss eine Hochschule beitragen, aber auch das Leben in einer fremden Umgebung wirkt darauf ein. Die FOM unterstützt die Integrations-Bemühungen der Stadt Essen und ist den Studierenden beispielsweise bei der Vermittlung von Praktikumsplätzen, bei Ausflügen zum Weltkulturerbe Zeche Zollverein oder in die Natur des Ruhrtals behilflich. Jia Yue nahm die Integration übrigens wörtlich. In Essen heiratete sie einen Deutschen. Die Stadt ist ihr Lebensmittelpunkt geworden. Entsprechend positiv fällt ihr Fazit aus: „Essen ist durch die FOM nicht nur zu meiner akademischen Heimat geworden, sondern zu dem Platz in Deutschland, an dem ich meine eigene Familie gründen werde.“

Fei Teng lobt Essen als sehr lebenswerte Stadt

Einen ähnlichen Weg beschritt auch Fei Teng. Er kam nach Essen, um sein Bachelor-Studium mit der Vertiefung „Management & Beschaffung“ abzuschließen. Noch während er seine Bachelor-Arbeit schrieb, entschied er sich für ein Master-Studium im Fach „International Marketing“. Die FOM als Hochschule war auch für Fei Teng ein Sprungbrett in die Wirtschaft: In Kooperation mit dem Branchenverband „Arbeitsgemeinschaft Die Moderne Küche e.V.“ gab es im November 2016 an der FOM eine Job- und Praktikumsmesse – und bei dieser Veranstaltung konnte Teng den Küchenhersteller „nobilia“ von seinen Qualitäten überzeugen. Erst bot man ihm ein Praktikum an, dann einen Arbeitsvertrag.

Fei Teng war mit der Aufnahme in Essen sehr zufrieden: „Essen und das Ruhrgebiet sind in China zwar bekannt, aber eher mit einem schlechten Image verbunden. Wenn man hier aber einige Zeit verbringt, stellt man fest, dass an den negativen Klischees nichts dran ist. Im Gegenteil, Essen ist sehr lebenswert“, sagt Teng. „In der Stadt gibt es viel spannende Kunst und Kultur zu erleben, und außerdem war meine temporäre Heimatstadt ja sogar die ‚Grüne Hauptstadt Europas‘.“ Dieser Titel habe auch einen positiven Einfluss bei der Ansprache weiterer chinesischer Studieninteressenten gehabt, da die Umweltsituation verbunden mit der hohen Lebensqualität ein echter Standortvorteil sei. Fei Teng wird Essen zwar in Richtung Gütersloh verlassen, bleibt der Stadt aber verbunden – schließlich gebe es ein buntes chinesisches Studentenleben.

Dieses Beispiel belegt eine weitere Stärke des Wissenschaftsstandortes Essen: Die enge Verbindung zur Wirtschaft und den Unternehmen vor Ort. Essen ist ein starker Industrie- und Dienstleistungsstandort, der zunehmend auch für chinesische Unternehmen attraktiv wird. Oder für junge Chinesen, die im Ruhrgebiet ein eigenes Unternehmen gründen wollen.

Die FOM German-Sino School of Business & Technology

Seit 2002 engagiert sich die FOM in China. 2013 wurden die Aktivitäten in der „FOM German-Sino School of Business & Technology“ gebündelt. Schwerpunkt ist der deutschsprachige Bachelor-Studiengang „Business Administration“. Zusätzlich angeboten werden Bachelor- und Master-Studiengänge aus dem wirtschafts- und ingenieurswissenschaftlichen Bereich. Ziel ist eine praxisnahe Ausbildung, die auf Fach- und Führungspositionen in internationalen Unternehmen vorbereitet. Aktuell sind fast 3.000 Studierende in der „German-Sino School of Business & Technology“ eingeschrieben. Mehr als 4.000 Studierende haben in den vergangenen Jahren erfolgreich einen Abschluss erworben.