Thomas Kufen

Vorsitzender des Lenkungskreises und Oberbürgermeister der Stadt Essen

Liebe Leserinnen und Leser,

die „Wissenschaftsstadt Essen“ ist ein Netzwerk aus unterschiedlichen Essener Institutionen, die sich aus verschiedenen Bereichen wie Wissenschaft, Wirtschaft, Bildung, Stiftungen, Gesellschaft und Stadt miteinander verbunden haben. Alle diese Partner haben das Ziel, unsere Stadt in ihrer Funktion als Standort der Wissenschaft zu unterstützen und weiter zu entwickeln. Dass dies bislang so gut funktioniert, ist den vielen handelnden Personen zu verdanken, die immer wieder für wichtige Impulse sorgen und damit unsere „Wissenschaftsstadt“ weiter vorantreiben.

Der Wert Essens als „Wissenschaftsstadt“ wird deutlich, wenn man sich seine Bedeutung als Wirtschaftsstandort vor Augen führt. Im Vergleich der zehn größten Städte Deutschlands ist Essen nach Berlin und München der Standort mit der drittstärksten wirtschaftlichen Entwicklung, was das Bruttoinlandsprodukt in den vergangenen zehn Jahren angeht. Mit der wirtschaftlichen

Leistungsfähigkeit steigt auch die Zahl der Erwerbstätigen in Essen. Heute stehen mit über 325.000 Erwerbstätigen mehr Menschen in Lohn und Arbeit als in den letzten 15 Jahren. Über 82 Prozent arbeiten davon im Dienstleistungsbereich.

Essen beheimatet mit den drei größten deutschen Energiekonzernen E.ON, RWE/Innogy sowie mit thyssenkrupp drei DAX-Konzerne. Das übertrifft in Deutschland nur München.

Mit E.ON, RWE, Innogy, thyssenkrupp, ALDI Nord, HOCHTIEF, Schenker und Evonik haben bereits fünf der 50 bzw. acht der 100 umsatzstärksten Unternehmen Deutschlands ihren Hauptsitz in Essen. Mit der im MDAX notierten Brenntag ist jetzt ein weiterer Global Player hinzugekommen.

Auch im Wissenschaftsbereich sind wir gut aufgestellt. Die Metropole Ruhr ist der größte Hochschulstandort in Deutschland, das Ruhrgebiet lässt mit über 250.000 Studierenden alle anderen Regionen hinter sich. Allein in Essen sind etwa 43.000 Studierende an der Universität Duisburg-Essen eingeschrieben. Hinzu kommen noch die FOM (Hochschule für Oekonomie und Management; bundesweit an 29 Standorten mit über 46.000 Studierenden) und die Folkwang Universität der Künste.

Daneben gibt es unzählige Bildungs- und Weiterbildungseinrichtungen, die die Essener Bildungslandschaft bereichern und von denen die am Standort angesiedelten Unternehmen profitieren können. Auch der Grad der Internationalität kann sich sehen lassen. 19 Prozent der Studierenden der UDE haben eine ausländische Hochschulzugangsberechtigung; 63 Prozent davon kommen aus Asien, 25 Prozent aus Europa, 9 Prozent aus Afrika. Im „Times Higher Education Ranking“ der weltbesten jungen Universitäten liegt die Universität Duisburg-Essen im Jahr 2017 auf dem 13. Platz – wohlgemerkt weltweit.

Gerade für gut qualifizierte Menschen bietet der Standort Essen also viele Vorteile. Essen ist das geographische und wirtschaftliche Zentrum des Ruhrgebiets. Neben den international agierenden Konzernen haben hier genauso mittelständische Unternehmen und Start-ups ihren Hauptsitz. Vor allem rund um die Universitäten haben sich vielfach kleine Unternehmen mit sehenswerten Beschäftigtenzahlen angesiedelt.

Unter anderem deshalb sind wir ein attraktiver Standort für die Wissenschaft, für Studierende, Lehrende und für Unternehmen, die starke Forschungspartner suchen. Gemeinsam mit dem Lenkungskreis Wissenschaftsstadt Essen unterstütze ich persönlich die Zusammenarbeit der Institutionen und die Ausweitung von Kooperationen zwischen der Verwaltung der Stadt Essen und wissenschaftlichen Einrichtungen. Essen hat sich als Wissenschaftsstadt mit Veranstaltungen wie beispielsweise dem „Wissenschaftssommer“ in den vergangenen Jahren den Bürgerinnen und Bürgern, der Wirtschaft, den Schülerinnen und Schülern und auch der Wissenschaft vorgestellt. Zukünftig wird sich Essen mit vielen Maßnahmen und Projekten als Wissenschaftsstadt weiter positionieren und für mehr Sichtbarkeit und Erlebbarkeit der Wissenschaftsstadt Essen sorgen.

Helfen Sie uns dabei, im Wettbewerb der Standorte um die besten Köpfe weiterhin oben mitzuspielen. Denn Forschung und Bildung – und insbesondere auch die Qualität der Hochschulen – sind längst zu einem entscheidenden Faktor geworden. Unsere Wissenschaftslandschaft ist ein interessantes Umfeld für expansions- und innovationsorientierte Unternehmen. Und wir wollen auch weiter gute Bedingungen für Forschung und Entwicklung schaffen, um erfolgreich zu bleiben.

Auch die intensive Zusammenarbeit zwischen den wissenschaftlichen Einrichtungen und der Stadt Essen ist mir dabei besonders wichtig. Denn von einer zukunftsorientierten und innovativen Wissenschaftsstadt Essen profitieren alle.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Thomas Kufen