Essener Professor verewigt sich mit Wandmalerei im Berliner Schloss

Tim Trantenroth von der Hochschule der bildenden Künste hat den „Kunst am Bau“-Wettbewerb gewonnen. Er gestaltet nun ein Treppenhaus des Humboldt Forums.

Wenn 2019 das Humboldt Forum im wiederaufgebauten Berliner Schloss seine Türen öffnet, wird dort auch Kunst aus Essen zu sehen sein. Eines der beiden großzügigen Treppenhäuser des Museums wird von Tim Trantenroth künstlerisch gestaltet. Er ist seit dem Jahr 2017 Professor im Fachgebiet Malerei/Grafik an der Hochschule der bildenden Künste (HBK) in Essen-Kupferdreh.

Tim Trantenroth hatte am „Kunst am Bau“-Wettbewerb teilgenommen, den das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung im Frühjahr 2017 ausgelobt hatte. Insgesamt beteiligten sich daran 222 Künstler. Sie alle waren aufgefordert, sich mit der Geschichte des Ortes, seiner zukünftigen Nutzung oder mit der äußeren Erscheinung des Bauwerks auseinanderzusetzen. Bei den eingereichten Entwürfen für das Treppenhaus über dem Portal 5 fiel die Entscheidung der Jury einstimmig aus: Der erste Preis ging an den Entwurf mit der Nummer 1.389, die Arbeit „ohne Titel“ von Tim Trantenroth.

Der Hochschuldozent wählte für seine Wandmalerei ein Motiv, das für die jüngere Geschichte des Ortes steht und im Bildgedächtnis vieler Menschen fest verankert ist: die Fassadenstruktur des Palastes der Republik. „Changierend zwischen Rasterstruktur und überzeichneter Perspektive, lotet die Arbeit die Möglichkeiten der Wandmalerei aus und stellt die Frage nach Transparenz und deren Illusion. Großzügig spannt sich die Arbeit über die gesamte Portalwand. Sie ist dabei nicht aufdringlich, sondern zeigt eine interessante Nah- und Fernwirkung. Gemalte Flächen und Leerstellen verweben das Motiv mit der gesamten Wandfläche und erzeugen eine spannungsvolle Raumwirkung“, lobte die Jury.

Tim Trantenroth findet die Sujets seiner Arbeiten meistens im urbanen Raum oder in der Architektur. Ausgehend von den formalen Strukturen entwickelt er malerische Kompositionen zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion, die zugleich auf zeitpolitisch bedingte Veränderungen des öffentlichen Raumes verweisen.

DIE HBK

Die Hochschule der bildenden Künste (HBK) ist eine staatlich anerkannte, private Kunsthochschule. Angeboten werden dort drei Studiengänge in den Fachgebieten Bildhauerei/Plastik, Fotografie/Medien und Malerei/Grafik.

www.hbk-essen.de