Duales Studium an der FOM

Schneller geht’s nicht. Wer sich für ein Duales Studium entscheidet, macht eine Berufsausbildung und erwirbt einen Hochschulabschluss. Die Absolventen sammeln sowohl Erfahrung in Theorie und Praxis.

Ohne ihren Kalender geht Laura Konieczny nicht aus dem Haus. Die 23-Jährige ist es gewohnt, ihre Termine ständig im Blick zu haben. Die Gelsenkirchenerin hat an der Hochschule für Oekonomie & Management (FOM) ein Duales Studium absolviert. Innerhalb von nur dreieinhalb Jahren hat sie zwei Abschlüsse erworben: Zeitgleich machte sie eine Ausbildung zur Industriekauffrau und absolvierte ein Studium im Bereich „Business Administration“. Im vergangenen März erhielt sie ihr Bachelor-Zeugnis.

„Ich habe mich für ein Duales Studium entschieden, weil dabei Praxis und Theorie sehr gut miteinander verknüpft werden“, sagt Laura Konieczny. Unter der Woche hat sie im Betrieb gearbeitet oder die Berufsschule besucht. Mittwochs, freitags und samstags ging sie zu Vorlesungen der FOM. Es war eine intensive Zeit, „Ehrgeiz und Durchhaltevermögen“ seien wichtig gewesen. Wenn ihre Freunde frei hatten und um die Häuser gezogen sind, musste sie oft für Prüfungen lernen. „Das erfordert eine gewisse Selbstdisziplin und ein gutes Zeitmanagement“, sagt sie. Außerdem seien die Unterstützung durch den Arbeitgeber und der Kontakt zu Mitstudierenden „extrem wichtig“ gewesen.

Am Hauptsitz der FOM in Essen sind im Jahr 2018 rund 5.000 Studierende eingeschrieben, bundesweit sind es an 29 Standorten mehr als 46.000. Seit ihrer Gründung im Jahr 1991 ist die FOM zur größten privaten Hochschule Deutschlands geworden. Allein in Essen beenden jedes Jahr etwa 700 junge Menschen erfolgreich ein Studium. Im Fokus der Lehre stehen praxisorientierte Bachelor- und Masterstudiengänge aus den Bereichen Wirtschaftswissenschaften und Ingenieurwesen. Das Duale Studium, wie es Laura Konieczny absolviert hat, ist eine feste Säule im Konzept der Hochschule.

„Ich würde das Duale Studium klar weiterempfehlen“, sagt Laura Konieczny. „Ob man der Anforderung gewachsen ist, muss aber jeder für sich entscheiden.“ Arbeit, Alltag und Ausbildung unter einen Hut zu bekommen, sei nicht immer einfach gewesen. „Gerade in den Klausurphasen steigt dann der Stresslevel.“

Die Lehrenden der FOM wollen den Studierenden in allen Phasen ihres Studiums zur Seite stehen. „Bei ihrer Auswahl spielt die Verbindung von Theorie und Praxis eine wichtige Rolle“, heißt es bei der Hochschule. Die hauptberuflichen Professoren zeichnen sich sowohl durch wissenschaftliches Know-how und methodisch-didaktische Kompetenz als auch durch Praxiserfahrung aus. Unterstützt werden sie durch Lehrbeauftragte direkt aus den Unternehmen: „Diese Zusammensetzung aus qualifizierten Wissenschaftlern und erfahrenen Führungskräften gewährleistet, dass die FOM-Studierenden ein theoretisches Fundament auf Hochschulniveau erhalten und gleichzeitig auf die Anforderungen betrieblicher Praxis vorbereitet werden.“

Doch nicht nur die Studierenden profitieren davon, wenn sie Berufsausbildung und Studium kombinieren. Auch den Unternehmen bringt es Vorteile. „Eine Firma, die ihren Auszubildenden zugleich ein Studium ermöglicht, kann den Nachwuchs – und somit die Fachkräfte von morgen – frühzeitig an sich binden“, sagt Anja Seng (44). Seit 2002 ist sie Dozentin an der FOM, 2007 wurde sie zur Professorin berufen und 2012 zur Rektoratsbeauftragten für „Diversity Management“ ernannt. „Viele junge Leute wollen heutzutage studieren. Mit dem Dualen Studium haben Unternehmen die Möglichkeit, ihnen beides anzubieten.“

Dass die Kombination von Ausbildung und Studium für die Studierenden zuweilen eine Belastung sein kann, ist der Professorin sehr bewusst. Auch für Anja Seng ist der Terminkalender eine wichtige Alltagshilfe, wenn es darum geht Beruf und Familie zu koordinieren: „Zeitmanagement ist für mich sehr wichtig“. Schließlich, das sei ihr ein Anliegen, müsse immer Zeit da sein, auf Fragen von Studierenden einzugehen – wenn sie es wünschen, sogar per „WhatsApp“. Ihr Ziel sei es, ihre Studenten immer wieder aufs Neue fürs Studium zu begeistern. „Wenn sie Spaß haben, habe ich auch Spaß“, sagt Anja Seng.

Und offenbar gelingt das. Laura Konieczny, zum Beispiel, will auch weitermachen. Sich einfach zurücklehnen und auf ihrem Titel ausruhen – das ist nichts für sie. Sie studiert nun berufsbegleitend den Master „Human Resources Management“. In fünf Semestern hat sie ihren Abschluss.